Ich werde mehrmals darauf angesprochen, ob es nicht andere Programme gibt, die nicht so “nervig” wie ICQ sind. In ICQ wird aktuell permanent Werbung angezeigt und inzwischen liest es quasi ungewollt auch gleich noch den Twitter und Facebook-Stream von Benutzern der Kontaktliste mit. Da man alleine durch Twitter quasi ein Dauer-Nachrichtenfenster offen hat, oder dauernd irgendetwas aufpoppt kann es einen schon ganz schön während der Arbeit stören.
Ich selbst fand ICQ immer zu unübersichtlich. Zumal ich es fast ständig offen habe. Anscheinend legen die Programmierer mehr Wert auf Design und Eigenvermarktung. Inzwischen soll ICQ sogar telefonieren und Videochat können. Durch die umständliche Implementierung wirken die neuen Funktionen aber eher störend. Hier will ich einmal drauf eingehen, welche Möglichkeiten es gibt trotz ICQ noch vernünftig arbeiten zu können.
Normalerweise will man ICQ und Twitter bzw. Facebook nicht immer in einem zusammenhaben. Zumal das neue ICQ auch ungewollt einfach den Facebook-Status anzeigt usw. Um diese Hürde zu umgehen braucht man normalerweise Drittprogramme, die auch ICQ unterstützen. Zu erst stelle ich hier einmal ein Paar vor und beschreibe, warum sie besser als ICQ sind und was man mit ihnen alles machen kann.
Ich selbst nutze seit langem QIP. Eine russische Schöpfung, die dank diverser Übersetzungen auch in Deutsch erhältlich ist. Unterstützen tut er neben ICQ auch noch Jabber, Twitter, Facebook und einige russische Dienste, die in Deutschland so gut wie gar nicht gebraucht werden. Das gute an dem Programm ist, dass nur Meldungen von eingerichteten Accounts angezeigt werden. Wahlweise kann man die Benachrichtigungen sogar ganz abstellen, wenn man sowieso immer die Kontaktliste am Bildschirmrand hat. Auf meinem eher größer geratenen Bildschirm (24 Zoll) machen die Paar Pixel an der Seite auch nichts aus. Das Programm läuft dazu quasi ohne sichtbares Fenster. So wird die Taskleiste nicht voll, wenn man zusätzlich ein Icon für die Kontaktliste hat. Bei QIP ist es in der Traybar (neben der Uhr) nur ein kleines Icon. Für jedes Gesprächsfenster wird aber wieder ein “normales” Fenster geöffnet.
Herunterladen kann man sich die Deutsche Version von QIP hier (QIP 2010 ist die aktuellste Version). Achtet bitte beim Installieren darauf, dass keine Toolbars oder unerwünschte Programme neben QIP installiert werden. Nach der Installation muss man aber noch einiges beachten.
QIP hat auch ein eigenes Protokoll, was aber auch deaktiviert werden kann, damit es beim starten des Messengers nicht stört und man nicht unnötig Accounts erstellen muss. Wie man den QIP-eigenen Account deaktiviert erkläre ich hier.
Zuerst müsst ihr euch überlegen, wie ihr euren Messenger normalerweise Startet. Klickt ihr auf eine Desktopverknüpfung oder sucht ihr den entsprechenden Eintrag aus dem Startmenü raus. Das Ziel dieser Verknüpfung muss leicht geändert werden. Dazu muss man auf die jeweilige Verknüpfung rechtsklicken und “Eigenschaften” auswählen. Im Reiter “Verknüpfung” unter “Ziel” muss hinter den bestehenden Eintrag noch ein
"/isolated"
stehen. Natürlich ohne Anführungszeichen. Danach kann gespeichert und auf die Verknüpfung geklickt werden. Im ersten Logi-Feld könnt ihr nun irgendwas eingeben und auf Okay klicken. Achtet bitte darauf, dass das “Passwort”, was in diesem Falle keins ist, gespeichert wird. Ansonsten muss man sich das “Etwas”, was man dort eingegeben hat merken. Nach dem ersten Login öffnet sich ein Programmfenster ohne eingerichtete Accounts. (Eventuell muss noch das Programm auf deutsch gestellt werden – Oben auf die “Schraubenzieher”, dann über “Interface” die Sprache umstellen) Euren ICQ-Account könnt ihr dann direkt im Punkt “Accounts” hinzufügen. Unten hänge ich noch ein Bild der Kontaktliste an.
Wem die erste Konfiguration von QIP zu schwierig ist, kann auch zu Pidgin greifen. Pidgin ist ein anderes Programm, was unter Ubuntu (Linux) als Messenger schon Einzug gehalten hat. Nach der Installation und dem ersten Start fragt das Programm gleich nach den Logindaten für den ersten Account. Hier muss man jeweils bei Protokoll ICQ auswählen.
Hier noch einmal ein Screenshot von Pidgin:
(durch klicken auf die Bilder wirds wie immer größer)
Es gibt aber noch ein Programm, was Skype und ICQ verbinden kann. Trillian Free. Das Programm unterstützt auch alle gängigen Messenger-Protokolle, hat aber wieder eigene Werbung für die “Pro-Version”. Außerdem kann Trillian von Skype nur die Kontaktliste lesen und Textnachrichten über Skype schicken. Skype läuft dann automatisch im Hintergrund mit. Für Sprach- und Videoanrufe muss Skype aber immernoch normal geöffnet werden. Dadurch braucht das Programm mehr Ressourcen, die wiederum andere Programme langsamer erscheinen lässt.
Für die Leute, die unbedingt bei ICQ bleiben möchten, gibt es auch noch den ICQ banner remover, der allerdings nur die Werbung entfernen kann. Am Verhalten von ICQ wird nichts geändert.



