Mobile Adblocker vs. Mobile Marketingtechniken: Aus Anwendersicht.

UPDATE: – Bis 4.2.x funktionieren die Cydia-Pakete noch, ab dann ist leider Schluss, da die Pakete nicht mehr weiterentwickelt werden und Apple iAds und AdMob immer weiter ausbaut…

Ihr kennt es sicher. Der AppStore wird aktuell regelrecht Werbeverseucht. Ab und an ist es mir sogar vorgekommen, dass ich eine bezahlte App mit Werbung hatte. Für Werbung bin ich ehrlich gesagt nicht bereit Geld auszugeben, gerade wenn einem der Platz auf dem sowieso kleinen Bildschirm von 2 Werbebannern fast zur Hälfte genommen wird.

Der Trend geht aktuell ganz klar in die Richtung der mobilen Werbung, da ja der Marktanteil von Smartphones immer steigt. Dies wird wohl sehr drastisch kommen. Wie ich letztens auf der CeBIT hören musste, gab es eine Veranstaltung, die gezielt die Werbedesigner schulte, wie man Abofallen möglichst effektiv mobil versteckt. Da der Bildschirm von Handys normalerweise kleiner ist, kann man nicht immer gleich eine Anmerkung neben ein Anmeldefenster legen, wie groß dann der Link zu den AGBs sein muss ist nicht festgelegt. Bestenfalls (bzw. Schlimmstenfalls) sieht der User also nur das Anmeldefenster. Von einer AGB hat er bisher nichts gesehen, auch wenn es rechtlich korrekt ist, da ja schließlich ein Link zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen direkt auf der Seite ist. Wer in naher Zukunft also nicht ganz genau aufpasst, wo er klickt und was er mit seinem Telefon macht, hat es gleich Schwarz auf Weiß im Briefkasten. Ich selbst bin zum Glück bisher in keine Abofalle getreten. Normalerweise lese ich bei Shops, die mehr als E-Mail-Adresse, Login-Name und zugehöriges Passwort immer grundsätzlich AGB, Bedingungen für XYZ, Impressum und eventuelle Testberichte durch. Vielleicht ist genau das die Zukunft. Ohne sich durch 20 Seiten zu wälzen gibt es keine kostenlosen Dienste mehr. Umso wichtiger ist es nun, an Firmen zu spenden, die OpenSource anbieten, damit diese auch ohne versteckte Kosten weiterleben können.

(cc) by XKCD http://xkcd.com/624/

(Bild unter CC von http://xkcd.com/624/ über Google Bildersuche nach “Pictures for reuse”)

Adblocker für den mobilen Bereich sind momentan noch sehr rar. Gerade deswegen will ich hier einmal eingehen, welche Möglichkeiten es gibt auf mobilen Endgeräten Werbung aller Art zu blocken.
Für Apple-Smartphones gibt es 2 verschiedene Werbe-Plattformen. Admob und neu seit iOS4 nun auch Apples eigene Plattform iAds. Beide brauchen auf dem Endgerät Software um die Werbung anzuzeigen. Das macht es nun wieder einfacher eben diese Software auf jedem Endgerät wieder zu deaktivieren oder gleich zu deinstallieren. Ohne Jailbreak sind Apple-User hier aufgeschmissen. Apple erlaubt Usern normalerweise nicht auf das Dateisystem zuzugreifen. Folglich kann man auch keine Systemkomponenten ändern oder Löschen.
Ohne Jailbreak lässt sich auf Apple-Geräten aber dennoch wenigstens im Browser die Werbung entfernen. Der leider nicht kostenfreie “Atomic Browser” oder andere Apps im AppStore können vorgefertigte Filterlisten einbinden. Dadurch kann wenigstens beim browsen im Web ein wenig mehr Content gesehen werden.
iAds und AdMob kann leider nur mit einem Jailbreak entfernt werden. Dazu gibt es 2 Pakete, jeweils eins für iAds und eins für AdMob.

iAd Killer gibt es in der  Repo cydia.xsellize.com (Cydia->Manage->Sources->Edit->Add). Das Paket macht nichts anderes, als die Unterstützung von iAds aus dem jeweiligen System zu entfernen. Folglich weiß das System nicht, wie diese Sachen dargestellt werden. Jetzt muss dem System nur noch gesagt werden, dass die Dateien einfach ignoriert und nicht mit einem Fehlerbild angezeigt werden sollen.

Danach seid ihr iAds schon mal los. Ich hatte mir das Paket installiert, kurz bevor iAds in Deutschland eingeführt wurden, also kann ich nichts zu der Wirkung sagen – allerdings habe ich auch schon Screenshots von iAds in Apps gesehen, die bei mir nicht erschienen sind.

iAds sind momentan eher noch in der Unterzahl. Größtenteils wird aktuell immer noch auf AdMob als mobiles Marketing-System gesetzt. Aber wie auch bei den iAds gibt es bei Admob auch bestimmte Erkennungszeichen. Für AdMob gab es früher in der Source apt.podulo.us ein Paket namens AdMob BeGone. Da die Quelle nun nicht mehr funktioniert müssen wir uns hier auf einen wagemutigeren Weg begeben.  Ich werde hier auf keinen Download verlinken, aber wenn man bei Google nach “AdMob BeGone deb” sucht und etwas Ahnung von Filehostern hat, wird man schon eine .deb Datei finden, die man auf sein Device kloppen kann. Wie das geht werde ich euch später verraten.

AdMob BeGone macht nichts anderes als iAd killer, nur etwas anders. Für AdMob gibt es Systemseitig keine Anzeige-Software. AdMob BeGone muss also bestimmte Elemente blocken, die als AdMob gekennzeichnet sind. Dazu schaut es sich die Anfragen ins uns aus dem Internet an. Die Elemente die als Admob gekennzeichnet werden müssen dann geblockt werden.

Die heruntergeladene Datei bekommt ihr ganz einfach auf euer Gerät geklopft. Dazu brauch es wie gesagt ein gejailbreaktes Gerät. Dieses kann dann über ein SSH-Programm befüllen. Besonders für iDevices nutze ich hier gerne die iFunBox Diese kann euch wahlweise direkt auf das Dateisystem zugreifen lassen, aber hat auch schon voreingestellte Lesezeichen.
Wenn Ihr die iFunBox geladen und entpackt habt, müsst ihr das Programm nur starten. Wundert euch nicht über die Werbung, irgendwie muss sich das Programm ja finanzieren. :D – Nachdem ihr es gestartet habt, könnt ihr eigentlich direkt euer Gerät anschließen. Wenn es in der  Liste erscheint, gibt es eine kleine Ordnerliste. Hier kommt der große Vorteil der vorkonfigurierten Lesezeichen – Ihr braucht nur noch auf Cydia App Install klicken und die geladene .deb-Datei per Drag’n’Drop in das rechte Fenster ziehen… Danach nur noch auf “Gerät sicher entfernen klicken” (WICHTIG!) und euer Gerät neu starten bzw. einen Respring machen. Wundert euch nicht, wenn der Start länger dauert, Cydia installiert die App schon im Bootvorgang, bevor ihr zu eurem Lockscreen kommt.

Für Androide Geräte gibt es einen ähnlichen Ansatz. Der Browser Dolphin im Android-Market kann Werbung blocken. Allerdings kann man dort keine Blocklisten im Nachhinein installieren. Wie auch schon bei Apple-Geräten muss man sein Gerät rooten. Wie ihr rooten könnt erfahrt ihr mal wieder über Google nach dem Schema “(Gerätename) (Android-Version) root”. Nach dem Root-Vorgang gibt es dann eine App namens AdFree, die auch in Apps Werbung blocken kann. Wie man die Apps aber intalliert ist mir bisher noch unbekannt, hier lasse ich mir gerne durch Kommentare weiterhelfen.

Für Symbian-Telefone gibt es den Opera-mini, der von Haus aus sowieso Werbung blocken kann. Blackberrys bleiben nach meinem Kenntnisstand leider leer aus.

 

Somit könnt ihr alle Versuche euch mobil Werbung unterzujubeln unterbinden. Unter anderem bringt dies bessere Geschwindigkeiten, da euer Telefon aus dem ohnehin langsamen mobilen keine großen animierten Bildchen mehr laden muss. Zudem ist der Prozessor ein wenig entlastet, da einige Werbung den Prozessor wie ein Video belastet. Somit macht es ihr dann auch noch den Leuten schwer, die euch Abofallen unterjubeln wollen…

Ich werde euch sicher auf dem Laufenden halten, wenn es was neues an der Adblocker-Front gibt. Bis dahin – viel spaß beim mobilen surfen.

2 thoughts on “Mobile Adblocker vs. Mobile Marketingtechniken: Aus Anwendersicht.

  1. funktioniert leider nicht !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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